
Diakon Artemio
22. Juni 2026
„Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich." — Lukas 1,37 (Schlachter 2000)
Lukas 1,37
Gott spezialisiert sich auf das Unmögliche. Das ist keine Übertreibung — das ist die konsequente Aussage der gesamten Heiligen Schrift. Der Gott, der aus dem Nichts schuf, der das Rote Meer teilte, der Tote auferweckte und der selbst Mensch wurde — dieser Gott wird durch das Wort „unmöglich" nicht aufgehalten. Lukas 1,37 ist der Satz, den der Engel Gabriel an Maria richtet — als Antwort auf ihre berechtigte Frage: Wie soll das möglich sein? Es ist eine der kürzesten und kraftvollsten Antworten der ganzen Bibel. Nicht: Es ist kompliziert, aber machbar. Nicht: Warte, ich erkläre dir den Plan. Sondern: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Punkt.
Wir begegnen dem Unmöglichen auf verschiedene Weisen. Manchmal ist es eine medizinische Diagnose. Manchmal eine zerbrochene Beziehung, die sich nicht heilen lässt. Manchmal ein finanzieller Abgrund, der sich nicht schließen kann. Manchmal ein Herz, das sich nicht öffnen will. Und jedes Mal sagt die Vernunft: Das ist unmöglich. Lukas 1,37 antwortet nicht, indem es die Realität leugnet — es ordnet die Realität in eine größere Wahrheit ein: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Die Situation mag unmöglich sein. Gott ist es nicht.
Maria war jung — wahrscheinlich zwischen vierzehn und sechzehn Jahren. Sie war verlobt mit Josef, hatte aber noch keinen ehelichen Verkehr mit ihm. Und dann erschien ein Engel und sagte ihr, sie würde den Sohn Gottes empfangen.
Ihre erste Reaktion war die richtige: Sie fragte. „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" — Lukas 1,34 (SLT). Das ist keine Frage des Unglaubens — das ist eine berechtigte, vernünftige Frage. Sie wollte verstehen, wie das funktionieren soll. Und der Engel erklärte: Der Heilige Geist wird über dich kommen. Die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Und dann — der entscheidende Satz: Bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Was Maria dann tat, ist eines der mutigsten Dinge, die je ein Mensch getan hat. Sie sagte Ja. Nicht: Ich werde es versuchen. Nicht: Ich brauche noch mehr Informationen. Lukas 1,38 (SLT): „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort." Mir geschehe. Nicht: Ich werde es schaffen. Sondern: Mir geschehe — ich übergebe mich dem, was Gott tut.
Was folgte, war das größte Unmögliche der Geschichte: Gott wurde Mensch. Das Ewige trat in die Zeit. Das Unendliche wurde endlich. Und es begann mit dem Ja einer jungen Frau, die dem Engel glaubte, der sagte: Bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Maria wurde nicht Zeugin eines Unmöglichen, das sie passiv erlebte — sie wurde Teil davon. Ihr Ja war die menschliche Antwort, die Gott gebraucht hat, um das Unmögliche zu tun. Das ist das Muster: Gott tut das Unmögliche — und er lädt Menschen ein, Teil davon zu sein. Nicht als Macher — als Zeugen und Beteiligte.
Lukas 1,37 ist die griechische Übersetzung von Genesis 18,14 — dem Vers, in dem Gott Abraham fragt: „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?" Als Sara über die Verheißung lachte, weil sie zu alt war, um ein Kind zu empfangen — stellte Gott diese rhetorische Frage. Kein Ding ist unmöglich bei Gott — das ist keine neue Aussage in Lukas 1. Es ist eine Aussage, die durch die gesamte Geschichte Gottes mit seinem Volk hindurchläuft.
Das griechische Wort für „unmöglich" ist adynateō — von a (ohne) und dynamis (Kraft, Macht). Unmöglich bedeutet: ohne Kraft. Und der Satz lautet: Bei Gott gibt es kein „ohne Kraft." Denn Gott ist dynamis selbst — er ist die Kraft, die hinter allem steht. Es gibt keine Situation, in der Gottes Kraft nicht ausreicht.
Das zweite Schlüsselwort ist rhēma — „Ding, Wort, Sache." Kein rhēma — keine einzige Sache, kein einziges Wort, keine einzige Situation — ist bei Gott unmöglich. Die Absolutheit dieser Aussage ist atemberaubend. Nicht: Die meisten Dinge sind möglich. Nicht: Große Dinge sind möglich. Kein einziges Ding ist unmöglich.
Wie zeigt sich Jesus Christus in diesem Vers? Er ist das ultimative Unmögliche — Gott, der Mensch wird. Das ist die größte Unmöglichkeit der Geschichte, die Wirklichkeit wurde. Und durch sein Kreuz und seine Auferstehung hat er das nächste Unmögliche getan: den Tod besiegt. Wenn Gott das Unmögliche der Inkarnation getan hat, wenn er das Unmögliche der Auferstehung getan hat — dann ist jede andere Unmöglichkeit in deinem Leben in eine neue Perspektive gesetzt. Was ist noch unmöglich für den, der den Tod überwunden hat?
1. Benenne das Unmögliche in deinem Leben — und sprich Lukas 1,37 direkt darüber aus. Nicht allgemein — konkret. Schreibe auf: „Das scheint mir unmöglich: [konkrete Situation]." Und schreibe darunter: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich." Nicht als Magie — als Glaubensaussage über den Charakter Gottes. Das verändert nicht sofort die Situation — aber es verändert die Perspektive, aus der du sie betrachtest.
2. Sage wie Maria Ja — bevor du weißt, wie es funktioniert. Maria verstand den Plan nicht vollständig. Sie sagte trotzdem Ja. Manchmal lädt Gott uns ein, Ja zu sagen — zu einer Berufung, zu einem Schritt, zu einer Veränderung — bevor wir den ganzen Plan kennen. Gibt es in deinem Leben gerade ein Ja, das du zurückhältst, weil du noch nicht weißt, wie es funktionieren soll? Was wäre, wenn Lukas 1,37 genug Grund wäre?
3. Erinnere dich an ein Unmögliches, das Gott bereits in deinem Leben getan hat. Jeder Glaubende hat eine Geschichte des Unmöglichen — einen Moment, in dem Gott etwas tat, das nicht nach Plan hätte möglich sein dürfen. Erinnere dich heute an diesen Moment. Erzähle ihn — dir selbst, jemandem anderen, Gott im Gebet. Erinnerung an vergangene Wunder stärkt den Glauben für gegenwärtige Unmöglichkeiten.
GEBET
Herr, ich bekenne, dass ich das Unmögliche in meinem Leben manchmal größer mache als dich. Dass ich die Diagnose, die zerbrochene Beziehung, den unüberwindlichen Berg — als letztes Wort betrachte, statt als Einladung, dich zu erleben. Heute erinnere ich mich: Bei dir ist kein Ding unmöglich. Du hast dich selbst Mensch werden lassen. Du hast den Tod überwunden. Du hast Sara ein Kind geschenkt. Du hast Maria das Unmögliche zugemutet — und sie hat Ja gesagt. Ich sage heute auch Ja — zu dir, zu deinem Plan, zu dem Unmöglichen, das du in meinem Leben tun willst. Mir geschehe nach deinem Wort. In Jesu Namen, Amen.
„Welches Unmögliche in deinem Leben hast du bereits aufgegeben — und was würde es bedeuten, es heute noch einmal Gott hinzuhalten, dem kein einziges Ding unmöglich ist?"
Wir verwenden Cookies, um dein Erlebnis auf unserer Website zu verbessern. Datenschutzerklärung